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Was ist „Darstellendes Spiel“?

Bei dem Fach Darstellendes Spiel denken viele zunächst einmal an klassischen Theaterunterricht. Obwohl es mit diesem viele Gemeinsamkeiten besitzt, unterscheiden sich die beiden Fächer in ihrer Zielsetzung. Im Theaterunterreicht wird meistens eine Stückaufführung zum Ziel gesetzt, während es beim Darstellenden Spiel primär darum geht, dass die Schüler durch verschiedenste Übungsformen ihre eigene Präsenz und Ausdrucksfähigkeit weiterentwickeln.

Dabei fördert und fordert das Fach die Schüler umfassend in allen Bereichen ihrer Persönlichkeit. Es setzt ihre Kreativität frei und entwickelt ihre ästhetischen, emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten. Es bietet ihnen die Möglichkeit, mithilfe der szenischen Gestaltung Handlungs- und Verhaltensmuster für ihre eigene Wirklichkeit zu erkunden und zu erproben. Dazu greift es auf viele Handlungselemente des Theaters wie der Arbeit an Mimik, Gestik, Verwendung von Sprache und Ähnlichem zurück.

Dies soll ihnen dabei helfen, sich in unterschiedlichen Situationen bestmöglich präsentieren zu können.

Das Fach hat sein Ziel erreicht, wenn ein vorher vielleicht zurückhaltender Schüler von sich behaupten kann: „Es macht mir nun nichts mehr aus, vor einer Gruppe zu stehen und dort etwas mit Überzeugung und Leidenschaft zu präsentieren.“


Kompetenzen

Selbstkompetenz
Darstellendes Spiel bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, sich selbst in verschiedenen Rollen zu erproben und sich eigener Vorstellungen, Motivationen und Interessen bewusster zu werden. Somit kann das Fach zur Selbstfindung und zum Abbau von Rollenfixierungen beitragen. Hier finden die Schüler einen Spielraum, in dem sie Mut zum Risiko, zum Experiment und zur Kreativität entwickeln können.
Die hierdurch erworbenen Fähigkeiten tragen zur sach- und situationsgerechten Bewältigung des Alltags bei. Das bedeutet im Einzelnen, dass die Schüler

  • sich eigener körperlicher Anlagen und Bewegungsmöglichkeiten bewusst werden
  • ihre akustische und optische Wahrnehmungsfähigkeit erweitern und differenzieren
  • ihre sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten erweitern und differenzieren
  • eigene Gefühle und Stimmungen wahrnehmen und entsprechend ausdrücken
  • starre Verhaltensmuster überwinden und Vertrauen, Flexibilität und Risikobereitschaft entwickeln
  • Hemmungen abbauen und das Selbstwertgefühl stärken.

 

Sozialkompetenz
Für die Arbeit im Darstellenden Spiel ist eine funktionsfähige Gruppe von großer Bedeutung. Das gemeinsame Ziel erfordert Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Rücksichtnahme. Unabhängig von den jeweiligen Inhalten, mit denen sich die Gruppe bei ihrer Arbeit auseinandersetzt, fördert das Fach in jeder Arbeitsphase die Kommunikations- und Teamfähigkeit. Das bedeutet im Einzelnen, dass die Schüler

  • gemeinsame Problemstellungen finden und bearbeiten
  • soziale und kulturelle Unterschiede in der Gruppe wahrnehmen und akzeptieren
  • sich mit individuell unterschiedlichen Verhaltensmustern auseinandersetzen
  • das Verhalten anderer im Spiel wahrnehmen und darauf eingehen
  • die eigene Darstellung als Teil eines Ganzen begreifen
  • anderen konzentriert zuschauen und zuhören
  • eigene Vorstellungen einbringen und andere davon überzeugen
  • Ergebnisse in der Gruppe kritisch reflektieren
  • ungewöhnliche Lösungen akzeptieren können
  • in jeder Arbeitsphase zuverlässig und beständig mit den anderen zusammenarbeiten.

 

Methodenkompetenz und Sachkompetenz
Im Darstellenden Spiel lernen die Schüler verschiedene Methoden kennen, die geeignet sind, den alltäglichen Ausdruck in theatrale Darstellung zu transformieren und aus einer Idee oder einem Text Theater zu machen. Sie entwickeln die Fähigkeit, sich sachgerecht einzusetzen und auch organisatorische Aufgaben als notwendig zu erkennen und zu übernehmen.
Die Sachkompetenz, die im Darstellenden Spiel erworben wird, schließt eine Vielzahl praktischer und theoretischer Kenntnisse ein, die die Schüler in die Lage versetzen, eine Produktion zu planen, zu gestalten und zu bewerten.

Genauere Ausführungen zu der Methoden- und Sachkompetenz werden im Folgenden den verschiedenen Arbeitsbereichen des Darstellenden Spiels zugeordnet:

  • Körpersprache
  • Raum
  • Stimme, Laute, Sprache
  • Requisiten
  • Kostüme, Maske
  • Bühnenbild
  • Licht
  • Geräusche, Klang, Musik
  • Organisation
  • Theaterformen
  • Produktionsformen
  • Theatergeschichte, Theatertheorie.

 


Stündigkeit

(nach G9: gültig für die Jahrgänge 11-13):

Beim Darstellenden Spiel handelt es sich um ein Wahlpflichtfach, das nach dem neuen G9 ab Klasse 11 als Ersatz für Kunst und Musik gewählt werden kann.

Klassenstufe Anzahl der Unterrichtsstunden
11 1* (epochal)
12 3*
13 3*

*wenn gewählt

 

Zusätzlich wird im 8. Jahrgang eine Wochenstunde Darstellendes Spiel erteilt, sofern im WPK-Bereich das kulturelle Profil gewählt wurde. In Jahrgang 10 ist das Fach im kulturellen Profil ebenfalls vertreten, in der Regel mit zwei Wochenstunden.

 


Bewertungsmaßstäbe:

Im Fach Darstellendes Spiel wird pro Halbjahr eine Klausur geschrieben, die in der Regel aus einem Theorie- und einem Praxisteil besteht. Die Gewichtung von Klausur und der Mitarbeit im Unterricht beträgt in der Regel 30% : 70 %.

 

Abitur

Seit dem Schuljahr 2020/21 kann Darstellendes Spiel als mündliches Prüfungsfach im Abitur gewählt werden. Die ersten Abiturprüfungen in dem Fach werden voraussichtlich 2022 stattfinden.

 


Fachgruppe Darstellendes Spiel

Die Fachgruppe Darstellendes Spiel

Frau Tietzel & Herr Götte; seit August 2017 gehört Herr Petroglou ebenfalls der Fachguppe an.

 

Bilder

 

 


Links

Seit dem Jahr 2017 gibt es auch für Niedersachsen ein eigenes Kerncurriculum:

Kerncurriculum Darstellendes Spiel

 

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