Vom 23. bis 27. Februar war der 10. Jahrgang in Berlin. Die 5-tägige Fahrt mit gesellschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt war reich gespickt mit Highlights. Jede der drei 10. Klassen erlebte auf der Besuchertribüne eine Sitzung des Bundestages, wo u.a. aktuelle Themen wie der Krieg gegen die Ukraine oder medienethische Fragen diskutiert wurden. Ein sich anschließender Gang auf die Kuppel des Reichstags mit herrlichem Blick auf die Hauptstadt rundete diesen Besuch ab. Auf dem Weg zum Parlamentsgebäude passierten die Schüler so prägende Stätten wie das Brandenburger Tor oder das Holocaust-Mahnmal. Kurzvorträge einzelner Schüler lieferten an Ort und Stelle wichtige Impulse.
An einem anderen Tag fuhren alle Schülerinnen und Schüler sowie die sie begleitenden Lehrkräfte mit der S-Bahn nach Oranienburg, von wo sie zu Fuß zur Gedenkstätte Sachsenhausen liefen. Das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers in einer zweistündigen Führung zu erkunden, hinterließ Spuren und wirkte nach. Ein Verständnis für die Geschichte des eigenen Landes zu entwickeln und Aspekte wie Verantwortung und Aufarbeitung an solchen Orten wirklich zu begreifen, ist ein essenzieller Beitrag zur Erinnerungskultur und Demokratiebildung. 

Auch ein Besuch des Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“, wo die 10a eine intensive Führung bekam, regte zu Nachfragen und Gesprächen an. Das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen zeigte ebenfalls, wie wichtig Freiheit als Grundlage eines Gemeinwesens ist. Und zu guter Letzt versuchte die Dauerausstellung im „Deutschlandmuseum“ einen Überblick über das, was es heißt deutsch zu sein, zu geben. Von den Germanen bis zur Wiedervereinigung wurden zentrale Ereignisse der letzten zwei Jahrtausende kurzweilig präsentiert, bevor ein Kahoot-Quiz spielerisch den Besuch abrundete.
Aber nicht nur Geschichte und Politik prägten die Tage. So besuchte z.B. die 10b den Berlin Dungeon und genoss das anderthalbstündige, interaktive Programm. Fast alle Schüler schlenderten im Laufe der Woche mindestens einmal an der East Side Gallery entlang und bestaunten die künstlerische Gestaltung dieser Wand, die einst als Berliner Mauer Menschen in Ost und West trennte.
Bildende Kunst erlebte die 10a auch in der immersiven van-Gogh-Ausstellung, die eine optische Flut auf seine Besucher loslässt. Gedanken, Briefe und Konflikte des holländischen Künstlers werden dort durch 360-Grad-Projektionen an den Wänden und auf Leinwänden in Bewegung gebracht. 
Tagesaktueller wurde es schließlich bei einer Führung durch das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Zunächst umriss eine Referentin die Aufgaben dieses Hauses, bevor die Schülerinnen und Schüler einen spannenden Einblick in die Struktur und die historische Bedeutung des Gebäudekomplexes am Hausvogteiplatz erhielten. Den Ort kennenzulernen, an dem am 9. November 1989 die legendäre Pressekonferenz stattfand, auf deren Ende die Öffnung der Berliner Mauer folgte, schulte den Blick für Zusammenhänge. Bleibt das Anliegen von Geschichts- und Politikunterricht im schulischen Alltag manchmal etwas abstrakt, so konnte in Berlin ein Verständnis für die Gegenwart durch die Erforschung der Vergangenheit gelegt werden. Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen…

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